Kampf gegen die Sozialphobie

Heute habe ich versucht mich meinem größten Feind zu stellen: meiner Sozialphobie.

Es begann einfach mit etwas vermutlich "harmlosen": Ohne sich die Beine zu rasieren mit kurzer Hose in die Schule zu gehen. Ich kann bereits die ungeschribenen Kommentare spüren: "Iiiiih bist du eklig!" , "Sowas will doch keiner sehen!" und von anders denkenden: "Was soll daran bitte sooo schlimm sein?"

Ganz einfach, als Sozialphobiker hat man panische Angst davor, was sich die anderen denken. Man hat Angst, dass gelästert wird. Man hat Angst mit verstörten Blicken betrachtet zu werden und im Mittelpunkt zu stehen. Deshalb habe ich beschlossen mich mit dieser Angst zu konfrontieren. Das Ergebnis: auch wenn ich den ganzen Tag angespannt auf gemeine Sticheleien und Blicke wartete kam absolut nichts. Keiner schien es überhaupt zu bemerken. Und meine Freundinnen mochten mich immer noch genauso gern wie vorher.

Einerseits kann ich mich gerade vor lauter Freude deswegen kaum beruhigen, andererseits weiß ich nicht ob ich mein Ziel erreicht habe, da es mein Ziel war den Blicken und blöden Kommentaren stand zu halten. Egal, auf jeden Fall war es ein Schritt in die richtige Richtung!

3.6.15 17:36, kommentieren

Sex und Gefühle

Neulich musste ich zufällig an meinen Exfreund denken... Er war mein erster Freund, mit ihm hatte ich mein "erstes Mal", und vor allem war er der Erste, der mir das Gefühl gab schön zu sein.... Und das obwohl wir gerade mal zwei Monate zusammen waren....

Natürlich finden es die meisten seltsam, dass ich dieser geradezu lächerlich kurzen Beziehung, die bereits über ein Jahr her ist, hinterher trauere. Doch keiner von denen wurde sein Leben lang hässlich genannt. Ich schon. Und plötzlich kam jemand daher, der das Gegenteil behauptete. Ich war so glücklich wie nie zuvor. Dann eines Tages beschloss ich den großen Schritt zu wagen und das erste Mal mit ihm zu schlafen, was für mich besonders war, da er der erste war, dem ich nach dem sexuellen Missbrauch in meiner Kindheit meinen verhassten Körper zeigte. Ich hatte (und habe noch immer) das Gefühl, dass seit dem Missbrauch Dreck auf meiner Haut klebt(e), doch vor ihm fühlte ich mich schön.

Doch es musste so kommen wie es kommen musste, und er ertrug meine Sozialphobie nicht - also machte er schluss. Eigentlich ist es ein ganz nachvollziehbarer Schritt, dennoch trauerte ich der Sache ewig nach. Ich fühlte mich so ausgenutzt und gebraucht, dass ich es einfach nicht wahrhaben wollte, dass ich nicht gebraucht wurde. Es tut mir immer noch weh wenn ich ihm begegne, denn ich hänge nicht nur an den Gefühlen die er mir gegeben hat, sondern auch an der Vorstellung, dass ich ihm irgendetwas bedeute, und nicht nur für Sex gebraucht und weggeschmissen wurde. Ich hoffe inständig, dass mir dieser Blog hilft, endlich damit abzuschließen......

1 Kommentar 2.6.15 16:40, kommentieren